29.07.10
Kategorie: Arzneimittelmarkt
BERLIN – Homöopathische Arzneimittel werden in weit überwiegender Zahl ohne Rezept abgegeben. Darauf verweist das Marktforschungsunternehmen Insight Health aufgrund einer aktuellen Marktanalyse. Überlegungen von Politikern, homöopathische Behandlungen grundsätzlich aus dem Erstattungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) zu streichen, würden zumindest in puncto Arzneimittelausgaben nahezu ins Leere laufen.
Homöopathika sind freiverkäufliche Arzneimittel, die bereits heute erwachsenen GKV-Versicherten nur in Ausnahmefällen zu Lasten ihrer Kasse verordnet werden dürfen. Von den 2009 insgesamt verkauften 48,5 Millionen Packungen entfiel daher mit 2,5 Millionen nur ein kleiner Anteil auf die GKV. Den bei weitem größten Anteil verkauften die Apotheken mit 38,1 Millionen Packungen „over the counter“ (OTC), also ohne ärztliches Rezept. Zu Lasten der privaten Krankenversicherung (PKV) wurden 7,8 Millionen Packungen abgegeben.
Berechnet zu Abgabepreisen der pharmazeutischen Unternehmer lag die Selbstmedikation bei 75,0 Prozent des Herstellerumsatzes mit Homöopathika (171,9 von 229,1 Millionen Euro). Nur 4,7 Prozent des Umsatzes (10,9 Millionen Euro) gingen auf das „Konto“ der GKV. 20,2 Prozent (46,4 Millionen Euro) gingen zu Lasten der PKV (Quelle: Insight Health). Somit spielt der Umsatz über GKV-Verordnungen nur eine untergeordnete Rolle, der Markt für homöopathische Arzneimittel ist ein typischer OTC-Markt.
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