Hessischer Sozialminister Stefan Grüttner im ARZ Darmstadt

v.l.n.r.: Reiner Haupt (ARZ), Berit Gritzka (HAV), Sozialminister Stefan Grüttner, Holger Seyfarth (HAV), Jürgen Schneider (HAV)

Vom Schulkind bis zum Senior, die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung besitzt oder hat Zugriff auf ein Smartphone. „Was also liegt näher, das kleine Endgerät zur Lösung einer der wichtigsten Herausforderungen im Gesundheitswesen zu nutzen: Der besseren Versorgung der Bürger mit Arzneimitteln, insbesondere in ländlichen Regionen. Digitalisierung erschließt uns viele Möglickeiten. Mit Blick auf die E-Health-Initiative Hessen sind APOJET und die neue digitale Rezeptsammelstelle Vorzeigeprojekte,“ resümierte Stefan Grüttner, der hessische Minister für Soziales und Integration. Bei seinem Besuch in Darmstadt informierte er sich umfassend über den Stand der Entwicklung. 

App APOJET

Zunächst stellte Michael Kreisler, Entwicklungsleiter beim ARZ, die neue App APOJET vor, die gemeinsam vom Hessischen Apothekerverband (HAV) und dem ARZ Darmstadt entwickelt und betrieben wird. Mit dieser App können Patienten ihre Arzneimittel ganz leicht direkt in ihrer Stamm-Apotheke vorbestellen, indem sie ihr ein Bild des Rezeptes, Sprach- oder Textnachrichten übermitteln. Darüber hinaus können Serviceangebote wie z.B. Einnahmeerinnerungen hinzukommen.


Zum Schutz der Gesundheitsdaten sowie der Sicherung von patientenbezogenen Bestellinformationen werden die übertragenen Daten durch apothekenindividuelle Software-Zertifikate Ende-zu- Ende verschlüsselt und auf Servern in Deutschland gespeichert. Im Gespräch mit Grüttner wies Reiner Haupt, Geschäftsführer des Apotheken-Rechenzentrums, auf den Nutzen der App für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Umfeld hin. „Mit unseren Entwicklungen erleichtern wir auf dem Land lebenden Patienten die Versorgung durch ihre örtliche Apotheke. Sie vermeiden so Wege zur Apotheke, wenn Medikamente nicht sofort verfügbar sind.“

Holger Seyfarth, Vorsitzender des HAV, ergänzte: „Apotheken sind bereits hoch digitalisiert. Dass jetzt auch die Patienten digitale Angebote nutzen und gleichzeitig vom persönlichen Service vor Ort profitieren können, stärkt die flächendeckende Versorgung.“ Der Apotheker begrüßte auch, dass er seinen Patienten über die App die Informationen übermitteln kann, wann das bestellte Medikament verfügbar ist.

Digitale Rezeptsammelstelle

Mit der digitalen Rezeptsammelstelle stellte Haupt eine weitere Entwicklung vor. Im Gegensatz zu den heutigen Rezeptbriefkästen enthält die digitale Rezeptsammelstelle unter anderem Netzwerkfunktionalität und einen Scanner. Dieser erfasst die zugeführten Rezepte und überträgt die Rezeptbilder per Internet an die betreibende Apotheke. Dort werden die Medikamente bereitgestellt, anschließend die Originalrezepte entnommen und die Medikamente schneller als bisher zur Verfügung gestellt.

Schon heute gibt es Rezeptbriefkästen. Sie werden in Orten oder Ortsteilen betrieben, von denen die nächste Apotheke mindestens 6 km entfernt oder sie nur schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Die Erlaubnis zum Betrieb einer Rezeptsammelstelle erteilen die zuständigen Landesapothekerkammern.


App schützt Patientendaten 

Dass beide Innovationen zeitgleich vorgestellt werden, ist kein Zufall. Die digitale Rezeptsammelstelle und APOJET basieren auf dem gleichen Konzept verschlüsselter und sicherer Datenübertragung.

Gefragt, ob man ein Rezeptfoto nicht auch über einen gängigen Messenger-Dienst senden kann, erläutert Reiner Haupt: „Technisch ist das natürlich längst möglich, aber wissen Sie, auf welchen Servern die sensiblen Gesundheitsdaten liegen und wer Zugriff darauf hat?“

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